Keine andere Institution der DDR repräsentiert das Unrecht der Diktatur so, wie das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Über Jahrzehnte sicherte die Stasi den Machterhalt des SED-Regimes und setzte dabei vor allem auf die systematische Überwachung der eigenen Bevölkerung und die konsequente Unterdrückung von politisch Andersdenkenden.
Diese Veranstaltungsreihe möchte anhand von verschiedenen Beispielen die Arbeitsweise der Stasi aufzeigen und die Folgen darlegen, die sich daraus für die Betroffenen ergaben.
- 24.02.2026 „Helmut Schmidt in Güstrow – Ausnahmezustand für die Stasi“
Im Dezmeber 1981 besuchte Bundeskanzler Schmidt die DDR und dabei auch Güstrow. Politisch betrachtet war dieser Besuch für die DDR-Führung in zweierlei Hinsicht heikel. Mit Blick auf das deutsch-deutsche Verhältnis befand man sich im Streit mit der Regierung Schmidt. Nach innen fürchtete die SED ähnliche Jubel-Bilder, wie beim Besuch von Willy Brandt in Erfurt ca. 10 Jahre zuvor. Der DDR-Sicherheitsapparat befand sich im Ausnahmezustand. Insgesamt waren 19.000 Stasi-Mitarbeiter und 18.000 Polizisten im Einsatz. Die Stadt wurde in ein Potemkinsches Dorf verwandelt. Der Beitrag beschäftigt sich mit der Perspektive der Stasi auf dieses Ereignis und geht dabei auch auf „Stimmungsberichte“ der MfS aus der Bevölkerung ein.